Am Weltfrauentag am 8. März feiern wir die Stärke, den Mut und die Leistungen von Frauen – damals wie heute. Ein schöner Anlass, um mit einem hartnäckigen Klischee aufzuräumen: Bäcker ist kein Männerberuf. War er nie. Und ist er es heute schon gar nicht mehr.
Was viele nicht wissen: Die Geschichte des Brotbackens ist weiblich geprägt. Schon vor mehreren tausend Jahren waren es vor allem Frauen, die Getreide mahlten, Teige ansetzten und Brot backten – zunächst im eigenen Haushalt, später auch für die Gemeinschaft. Frauen gehören also seit jeher ganz selbstverständlich zum Bäckerhandwerk.

Auch in der Bäckerei Schmidl spielen Frauen eine besondere Rolle. Eine davon war die Ururgroßmutter unserer aktuellen Geschäftsführerin Barbara Schmidl. Als ihr Mann im 19. Jahrhundert überraschend verstarb, führte diese die Bäckerei weiter – eine mutige Entscheidung in einer Zeit, in der Frauen noch selten Unternehmen leiteten.1857 übersiedelte sie den Betrieb an den heutigen Standort im Haus Nr. 21 in Dürnstein. Genau hier befindet sich bis heute unsere Backstube. Für uns ist sie eine echte Pionierin und Heldin der Familiengeschichte.

Bei Barbara Schmidl war es Liebe auf den ersten Blick. Sie ist mit der Bäckerei aufgewachsen – die Wohnung ihrer Eltern lag direkt über dem Betrieb. Schon als Kind war sie in der Backstube unterwegs und half mit, wenn viel zu tun war. Für sie war früh klar, dass ihr Weg ins Handwerk führen würde. 2014 übernahm sie schließlich den Familienbetrieb.
Heute ist sie die zweite Frau an der Spitze unserer Bäckerei – und noch immer eine der wenigen Bäckerinnen in Österreich.

Wir finden: Es ist an der Zeit, dass mehr Frauen unser Handwerk für sich entdecken. In der Konditorei sind wir bereits mehr Frauen. In der Backstube arbeiten wir noch daran, mit Klischees aufzuräumen und noch mehr Bäcker:innen für uns zu gewinnen.

Als echter Handwerksbetrieb machen wir zwar bis heute die meisten Produktionsschritte per Hand. Für so manche der früher körperlich anstrengenden Tätigkeiten haben wir heute Hilfsmittel, wie etwa Teigmischmaschinen. Beim Mischen, Kneten, Formen und Backen kommt es nicht (nur) auf die Kraft an, sondern auf das Gefühl für den Teig und die Liebe zur Backkunst.

Ja, Bäcker:innen stehen früh auf. In diesem Punkt machen auch wir keine Ausnahme. Schließlich soll ja das Brot und Gebäck frisch gebacken im Geschäft und bei unseren Kunden landen. Dafür bleibt mehr Tagesfreizeit.
Zum Weltfrauentag möchten wir Frauen ermutigen, das Bäckerhandwerk kennenzulernen. Mit Barbara Schmidl haben wir nicht nur eine leidenschaftliche Bäckerin und Konditorin als Geschäftsführerin, sondern auch ein starkes Rollenvorbild. Und natürlich sind unsere Brote, Gebäcke, Mehlspeisen und Torten zum Verlieben gut.